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Rapids “Tagebuch” 2013

29. Juni 2013
erster Eintrag
Zuerst eine kleine Vorgeschichte über mein Verhältnis zu Rapid:
er hat mich GEHASST – er ließ nichts unversucht, nach mir zu schnappen, mich zu beißen. Ich konnte ihn weder anfassen, geschweige denn auf- oder abhalftern, oder aufrecht an seiner Box vorbei gehen. Im günstigsten Fall kam er mit dem Kopf aus der Box geschossen und versuchte mich zu erwischen – im übelsten Falle stieg er und sprang auf mich zu… Ich mußte mir seine Zuneigung und sein Vertrauen über Jahre erarbeiten – aber er war es wert!

Sein Zustand beim Kauf war – nennen wir es – nicht ganz ok. Seine Hufe seit Monaten nicht gemacht, hatten “Schnäbel”, seine Augen leer. Er hat seit seiner Rehe schon viel durchgemacht.
Als er zu uns kam, war er noch reitbar, das war soweit ich mich entsinne 2009 oder 2010. Im Mai 2010 ist er jedenfalls noch mal eine Dressur gegangen. Nach einem heftigen Reheschub war er unreitbar. 2012 war ein furchtbares Jahr. Falsche Tierliebe ist nicht einfach zu verstehen… Er wurde auf eine Wiese gestellt – Hufe nicht gemacht. Nach wenigen Wochen rief die Hofbesitzerin die damalige Besitzerin an: er liegt seit Tagen nur noch im Offenstall, bewegt sich nicht. Sie möge ihn zurückholen, es sei zu gefährlich, die anderen Pferde nähmen keine Rücksicht auf ihn… 14 Tage lag er in der Box… Seine damalige Mitpflegerin und seine heutige Pflegerin versuchten ihm, mit Basebädern und Wickeln zu helfen – und schafften es! Dann fand ein Kurs statt am Stall: Akkupunktur – Testpferd: Rapid – Teilnehmer unter anderem 2 Hufschmiede. Die beiden sprachen mit der Besitzerin, wollten ihm einen Spezialbeschlag machen – durften sie… Nach dem Wochenende reisten die beiden wieder nach Bayern zurück – und hier blieb ein lahmer Rapid zurück. Wieder lag er 14 Tage in seiner Box, konnte keinen Schritt mehr gehen und wurde von den Beschlägen befreit. Ich weiß nicht, ob DAS der ausschlaggebende Moment war, daß die damalige Besitzerin entschied, nie wieder Hufschmied. Sein Zustand war niederschmetternd. Unser Gefühl war, er hatte sich aufgegeben und wolle nur noch sterben. Er sollte dann erlöst werden – ich hätte das damals auch gemacht und wenn ich mich zurück entsinne, fand ich, man habe zu lange gewartet. Aus heutiger Sicht kann ich sagen, zum Glück war der Mann der Besitzerin dagegen! Damals habe ich mit seiner Pflegerin permanent vor seiner Box gestanden und ihn gelockt, wollten, daß er wieder aufsteht. Täglich ging es ihm schlechter und es war zum Verzweifeln. Und eines Tages stand er auf! Was dann geschah, ließ mich den Entschluß fassen, ihn zu kaufen, wenn ich das Geld habe: er kam aus der Box und leckte MIR die Hände!!!! Ich könnte heute noch losheulen, wenn ich daran denke :D
Die damalige Besitzerin ließ ihn dann noch kastrieren, was wieder einen leichten Reheschub auslöste, aber das kann bei einer Narkose vorkommen. Es ging ihm nicht gut in der folgenden Zeit und seine Augen bekamen wieder diese Leere. Aber seine Pflegerin, die übrigens IMMER für ihn da war, wenn alle anderen ihn mal wieder abgeschoben hatten *nicht mehr reitbar…ich nehm ein anderes Pferd* *nicht mehr um ihn kümmer* *er soll weg?…ich komm nicht mehr* Sie war immer genau DANN wieder für ihn da, wenn die anderen keine Lust mehr auf ihn hatten, hat sich mit viel Einsatz (zeitlich und finanziell) um ihn gekümmert. Da er inzwischen nicht mehr aggressiv auf mich reagierte, fing ich an, mich mit um ihn zu kümmern – ich hatte ihm schließlich was versprochen, dafür muß man was tun!
Im März 2013 ließ ich die Besitzer wissen, daß ich ihn gerne kaufen möchte, weil ich wolle, daß er am Stall bleibt und nicht wieder hin- und hergeschubst wird. Eigentlich wollte ich das von meinem Erbschaftsgeld machen – also erst, wenn alles abgewickelt und ausgezahlt ist. Leider kam mir was zu Ohren, was mich Nägel mit Köpfen machen ließ.